wirtschaftliche Erfolgsaussichten

Die International Federation of Robotics (IFR) schätzt, dass im Jahr 2011 zwischen 1,1 und 1,2 Mio. Industrieroboter in Betrieb waren (mehr als 50 Prozent in der Automobilindustrie). Andere Branchen, die Roboter stark nutzen, sind u. a. Elektro-/ Elektronik-Industrie, Gummi- und Kunststoffindustrie und Metallindustrie.

All diese Branchen werden durch hohe Stückzahlen und Serienfertigung charakterisiert. Allerdings stagniert dieser Markt. So prognostiziert das IFR, dass die Anzahl der industriellen Roboter in Europa sich von 369.965 in 2011 auf 422.500 in 2015 erhöhen wird, was einem Marktwachstum von 3,4 Prozent entspricht. Es gibt keine neuen Marktchancen in diesen Sektoren.

Deshalb zielen die in ReApp zu entwickelnden Innovationen weniger auf den Bereich der Großindustrie als vielmehr auf die Fertigung in kleinen und mittleren Unternehmen ab, wo derzeit wenige Robotersysteme eingesetzt werden. So beträgt in Deutschland die Dichte der Roboter in der Automobilindustrie etwa 1.176 Roboter per 10.000 Beschäftige, während die durchschnittliche Dichte in den anderen Industriesektoren bei 137 liegt. Grund dafür sind die Inflexibilität, Komplexität und Kosten traditioneller Roboterlösungen.

Quelle: ifr

Die in ReApp zu entwickelnden Innovationen würden durch die Überwindung dieser Nachteile neue Marktopportunitäten eröffnen.

Ausgehend von der Anzahl der beschäftigten Personen bei KMU im produzierenden Gewerbe in Deutschland (ca. 3 Mio.) und unter der Annahme, dass ReApp die Roboterdichte in KMU-dominierten Industriesektoren verdoppeln könnte (weitere 137), ergibt sich ein Potenzial von ungefähr 41.000 zusätzlichen Robotersystemen in Deutschland (dies entspräche etwa der dreifachen Roboterjahresproduktion in Deutschland). Auch wenn diese Robotersysteme eher in der Low-Cost-Kategorie (< 5 kg Traglast und < 25.000 €) angesiedelt sein werden, entspricht dies immer noch einem Marktpotenzial von 1 Mrd. €. Da durch ReApp das Kostenverhältnis von Roboter zu Robotersystem von 1-4  auf 1-2 verbessert werden soll, wird geschätzt, dass mindestens weitere 2 Mrd. € Marktpotenzial für Peripheriegeräte und Systemintegration existieren.

Zahlen für Europa: 18.7 Mio. beschäftigte Personen bei KMU im produzierenden Gewerbe; Verdoppelung der Roboterdichte von 75 auf 150; 140.000 zusätzliche Robotersysteme (dies entspräche ca. der dreifachen Roboterjahresproduktion in Deutschland); Marktpotenzial 3,5 Mrd. € + 7,5 Mrd. € Marktpotenzial für Peripheriegeräte und Systemintegration.

Die in ReApp vorgeschlagenen Arbeiten hin zu einem KMU-gerechteren Robotersystem führen zu drei Hauptaspekten:

  • Steigerung der Produktivität der KMU durch den Einsatz von Robotern, was zur Sicherung dieser Arbeitsplätze in Europa beiträgt. Dabei haben die durch ReApp initiierten Maßnahmen eine enorme Wirkung durch die hohe Anzahl der Unternehmen, für die die Ergebnisse einsetzbar sind.
  • Erweiterung des Marktes für Industrieroboter um ein Vielfaches. Die High-Tech-Branche der Systemintegratoren, Roboter- und Komponentenhersteller in Deutschland erhält einen starken Wettbewerbsvorteil und eine hohe Auftragszunahme.
  • Öffnung des Automatisierungsmarktes für einen weiten Kreis an Softwareanbietern von kleinen Programmbausteinen (Apps), durch die Bereitstellung einer Integrationsplattform für die Einbindung von Softwarebausteinen von Drittanbietern sowie einer cloud-basierten Simulationsumgebung zur Evaluierung und Validierung der Programmbausteine.

ReApp wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert unter dem Kennzeichen: 01MA13001A.
Projektdauer: 01.01.2014 - 31.12.2016.