Motivation

Produzierende Unternehmen des Mittelstands agieren in einem deutlich dynamischeren und anspruchsvolleren Umfeld als Großunternehmen. So müssen sie einerseits mehr Produktvarianten bei deutlich kleineren Seriengrößen anbieten. Andererseits haben sie aufgrund von geringeren Stückzahlen einen Kostennachteil im Vergleich zu Großunternehmen. Um im harten Konkurrenzkampf bestehen zu können, müssen sich KMU daher durch neue und innovative Produkte ständig von der Konkurrenz abheben und sich gleichzeitig vor Nachahmerprodukten schützen. Die für KMU typische Auftragsfertigung erhöht die Unsicherheit bzgl. Produktionsvolumen und Mix. Marktübliche Automatisierungslösungen sind für viele kleine und mittlere Unternehmen immer noch zu groß, zu unflexibel und zu teuer. Der Mittelstand hat deshalb einen deutlichen Bedarf an flexiblen und gleichzeitig wirtschaftlichen Automatisierungslösungen.

In den vergangenen Jahren ist auch bei Großunternehmen, wie z. B. BMW oder Hewlett-Packard, der Trend zu einer höheren Varianz der Produkte bei gleichzeitig kleineren Stückzahlen zu beobachten. Erreicht wird dies z. B. in der Automobilindustrie durch Plattformstrategien und Modularisierung der Produktkomponenten. Dieses Angebot an möglichen Produktvarianten bzw. -optionen ist aber durch die Inflexibilität bestehender Automatisierungslösungen begrenzt. Mit bestehenden Technologien können diese Unternehmen nur eingeschränkt kundenspezifische Anpassungen an ihren jeweiligen Produkten vornehmen. Die hohen Investitionskosten (Material- und Engineeringkosten) derzeitiger Automatisierungslösungen und die damit verbundenen Amortisierungszeiten bzw. die Schwellenwerte nötiger Produktvolumen, schränken Unternehmen in ihren Möglichkeiten, auf die Dynamik des Marktes zu reagieren, stark ein. Aufgrund dieser Entwicklungen ist die Wiederverwendbarkeit von Anlagenkomponenten und Produktionsprozessen im Rahmen mehrerer Produktlebenszyklen auch bei Großunternehmen mittlerweile ein wichtiges und dringliches Forschungsthema, da diese sich entscheidend auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auswirken kann.

Eignung des Stands der Technik zur Erfüllung des erhöhten Bedarfs an Flexibilität und Wirtschaftlichkeit von Roboterlösungen für den Mittelstand

ReApp wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert unter dem Kennzeichen: 01MA13001A.
Projektdauer: 01.01.2014 - 31.12.2016.